Getting Ready – Warum die ersten Stunden eures Hochzeitstags so wertvoll sind
Der Hochzeitstag beginnt nicht mit der Trauung. Er beginnt in dem Moment, in dem ihr morgens aufwacht und wisst: Heute ist es soweit. Das Herz klopft ein bisschen schneller, die Vorfreude kribbelt – und dann geht es los. Die Friseurin kommt, die Mama ist da, die beste Freundin steht mit einem Glas Sekt bereit. Beim Bräutigam werden die Krawatte gebunden und die Manschettenknöpfe angelegt, vielleicht wird mit den Trauzeugen angestoßen.
Diese Stunden vor der Trauung – das Getting Ready – gehören zu den emotionalsten und persönlichsten des ganzen Tages. Und sie auf Fotos festzuhalten, ist wertvoller als die meisten Paare vorher denken.
Der erste Blick
Was ist das Getting Ready?
Getting Ready bezeichnet die Zeit der Vorbereitung am Hochzeitstag: Haare, Make-up, das Anziehen des Kleides oder des Anzugs, die letzten Details. Es ist der ruhige Start, bevor der Trubel beginnt – umgeben von euren engsten Menschen, in einer Atmosphäre aus Vorfreude und liebevoller Aufregung.
Als Fotograf bin ich in dieser Zeit leise dabei. Ich fange ein, was passiert – ohne zu inszenieren, ohne zu stören. Die Visagistin bei den letzten Handgriffen, der Blick in den Spiegel, die Reaktion der Mama, wenn sie die Braut zum ersten Mal im Kleid sieht. Das sind Momente, die sich nicht wiederholen lassen.
Die Vorteile
Warum sich Getting Ready Fotos lohnen
Momente, die der jeweils andere nie sieht
Braut und Bräutigam machen sich meist getrennt fertig. Das bedeutet: Der eine bekommt nicht mit, was beim anderen passiert. Die Nervosität, die Witze mit den Trauzeugen, die Freudenträne der Mama – das alles erlebt nur, wer dabei ist. Und auf den Fotos könnt ihr danach gemeinsam auf diese Momente zurückblicken. Viele Paare sagen mir, dass die Getting-Ready-Bilder zu ihren absoluten Favoriten in der Galerie gehören – gerade weil sie Dinge zeigen, die man selbst nicht miterlebt hat.
Die Geschichte eures Tages beginnt hier
Eine Hochzeitsreportage erzählt eine Geschichte – und jede gute Geschichte braucht einen Anfang. Wenn die Galerie erst mit der Trauung beginnt, fehlt ein ganzes Kapitel. Das Getting Ready gibt eurer Hochzeitsreportage den roten Faden: vom ruhigen Beginn über die steigende Aufregung bis zum großen Moment.
Und wenn ihr euch später ein Hochzeitsalbum gestalten lasst, werdet ihr froh sein, dass ihr diese Bilder habt. Sie setzen den Rahmen für alles, was danach kommt.
Details, die nur jetzt fotografiert werden können
Die Ringe auf der Einladungskarte. Die Schuhe neben dem Brautstrauß. Das Parfum, der Schmuck, die handgeschriebenen Eheversprechen. All diese Details sind am Morgen noch unberührt, frisch, perfekt arrangiert. Später am Tag hat niemand mehr Zeit dafür – die Schuhe sind getragen, der Strauß geworfen, die Karte irgendwo auf dem Tisch. Deshalb fotografiere ich die Details beim Getting Ready: in Ruhe, mit Liebe zum Arrangement.
Make-up und Frisur sitzen perfekt
Ein praktischer Vorteil: Morgens oder am frühen Nachmittag ist alles frisch – die Frisur hält, das Make-up sitzt, die Energie ist hoch. Die Porträts, die beim Getting Ready entstehen, haben deshalb oft eine besondere Qualität – hell und natürlich in meinem Light & Airy Stil. Und auch für den First Look, falls ihr einen plant, ist das der ideale Ausgangspunkt.
Ablauf
Wie das Getting Ready bei mir abläuft
Beim Bräutigam: 10–15 Minuten
Beim Bräutigam bin ich kurz, aber gezielt dabei. Krawatte binden, Manschettenknöpfe, vielleicht ein Anstoßen mit den Trauzeugen. Ich fange die Stimmung ein, mache ein paar Porträts – und nach 10 bis 15 Minuten sind wir durch. Kurz, unkompliziert, entspannt.
Bei der Braut: ca. 45 Minuten
Bei der Braut verbringe ich mehr Zeit – etwa 45 Minuten. Ich komme dazu, wenn die Friseurin oder Visagistin die letzten Handgriffe macht. Dann entstehen die Detailaufnahmen: Schuhe, Schmuck, Blumen, Parfum. Und dann der emotionalste Moment: das Anziehen des Kleides.
Ein ehrlicher Einblick: Beim Anziehen des Brautkleides bin ich natürlich nicht im Raum, während ihr euch umzieht. In den meisten Fällen stellen wir den Moment kurz nach – die Mama oder die Schwester schließt die letzten Knöpfe, hilft beim Schleier. Das sieht auf den Fotos genauso authentisch aus, weil die Emotionen echt sind. Und genau diese Reaktion – wenn die Mama ihre Tochter zum ersten Mal als Braut sieht – das ist pures Gold auf Bildern.
Wie aufwendig das Getting Ready wird, hängt auch davon ab, wer dabei ist: Wenn die Braut nur von ihrer Mutter oder Schwester begleitet wird, ist es intimer und ruhiger. Mit einer ganzen Gruppe von Brautjungfern wird es lebhafter und turbulenter – beides hat seinen eigenen Charme.
Auswahl der Location
Wo findet das Getting Ready statt?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten – und jede hat ihre Vorteile:
Zuhause: Die persönlichste Variante. Eure eigenen vier Wände, vertraute Umgebung, keine Anreise nötig. Bei Katja & Stefan war das Getting Ready in Marchtrenk zuhause – entspannt und privat.
Direkt an der Location: Viele Locations in Oberösterreich bieten einen Brautvorbereitungsraum. Das ist praktisch, weil kein Ortswechsel nötig ist. Bei Vivien & René in der Hoamat war das Getting Ready direkt in der Hochzeitssuite – vom Fertigmachen bis zur Trauung nur wenige Schritte. Auch der Stadlerhof Wilhering und das Oberbauergut bieten eigene Räume für die Vorbereitung.
Bei den Eltern: Eine beliebte und emotionale Variante. Bei Margret fand das Getting Ready im Elternhaus in Pollham statt – ein Ort voller Erinnerungen, der den Bildern eine besondere Tiefe gibt.
Im Hotel: Bei einer auswärtigen Hochzeit oder wenn ihr einfach Ruhe wollt. Bei Sandra & Andreas fand das Getting Ready im Hotel Stroissmüller statt – bei ganztägigem Regen die perfekte Lösung mit viel natürlichem Licht im Wintergarten. Mehr zu Regen-Strategien findet ihr in meinem Beitrag zu Regen am Hochzeitstag.
Mein Tipp:
Achtet bei der Wahl des Raums auf genug Tageslicht. Ein heller Raum mit großem Fenster macht einen riesigen Unterschied für die Fotoqualität. Kleine, dunkle Badezimmer sind zwar gemütlich, aber fotografisch eine Herausforderung.
Es geht auch Ohne
Und wenn ihr kein Getting Ready möchtet?
Auch das ist völlig in Ordnung. Bei Jenny & Pascal im Oberbauergut und bei Lisa & Simon im Festgarten Schiefermair gab es kein Getting Ready – die Reportage startete erst zur Trauung. Beide Hochzeiten waren wunderschön, die Galerien komplett und emotional.
Nicht jedes Paar möchte diese privaten Momente fotografiert haben. Manche fühlen sich dabei unwohl, manche möchten den Morgen einfach in Ruhe genießen. Das respektiere ich selbstverständlich. Sprecht mich einfach an – dann passen wir den Zeitplan entsprechend an.
Weiches Licht
Praktische Tipps für euer Getting Ready
Licht, Licht, Licht
Wählt einen Raum mit möglichst viel Tageslicht. Ein großes Fenster ist ideal – es gibt weiches, schmeichelhaftes Licht, das die Fotos hell und natürlich wirken lässt. Vermeidet nach Möglichkeit Neonlicht oder sehr dunkle Räume.
Aufgeräumt, aber nicht steril
Räumt den Bereich ein wenig auf – Koffer, Plastiktüten und Ladekabel müssen nicht im Bild sein. Aber der Raum muss nicht perfekt sein. Ein paar persönliche Details (das Lieblingsbuch, die Hochzeitseinladung, ein handgeschriebener Brief) machen die Bilder sogar schöner.
Legt die Details bereit
Ringe, Schuhe, Schmuck, Parfum, Einladung, Manschettenknöpfe – wenn ihr diese Dinge griffbereit habt, kann ich sie in Ruhe fotografieren, während ihr euch stylen lasst. Manche Paare bereiten auch ein kleines Flatlay vor – eine hübsche Unterlage, auf der ich die Details arrangiere.
Plant genug Zeit ein
Hektik ist der größte Feind guter Getting-Ready-Fotos. Plant lieber 30 Minuten mehr ein als zu wenig. Wenn die Friseurin länger braucht oder der Schleier nicht sitzen will, ist das mit Puffer kein Problem. Ohne Puffer wird es Stress – und das sieht man auf den Fotos.
Mehr zur Zeitplanung insgesamt findet ihr in meinem Guide zum Tagesablauf.
FAQ
Häufige Fragen
Die ersten Stunden gehören euch
Das Getting Ready ist mehr als nur Vorbereitung – es ist der Moment, in dem euer Hochzeitstag wirklich beginnt. Ob zuhause, in der Hochzeitssuite oder bei den Eltern: Diese Stunden voller Vorfreude, Liebe und kleiner, intimer Momente sind es wert, festgehalten zu werden.
Mehr über meine Arbeitsweise erfahrt ihr auf meiner Über-mich-Seite.